Hannes Gerl ist Bayerischer Vizemeister im Diskuswerfen Empfehlung

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Überragender Wettkampf als Lohn für langjähriges Training: Hannes Gerl beim Foto der Medaillengewinner mit Alexander Schaller und Enrico da Cruz (v.l.) Überragender Wettkampf als Lohn für langjähriges Training: Hannes Gerl beim Foto der Medaillengewinner mit Alexander Schaller und Enrico da Cruz (v.l.)

Mainburger Leichtathleten dreimal im Finale

Augsburg, 13./14.7.2019. Die Bayerischen Leichtathletikmeisterschaften fanden im traditionsreichen Rosenaustadion statt, wo schon legendäre Länderkämpfe die Tribünen bis auf den letzten Platz gefüllt hatten. Mit Philipp Artinger, Vincent Limpens, Alina Schäffler und Hannes Gerl waren vier Mainburger am Start. Für Hannes war es im Diskuswerfen der U18 die vierte Teilnahme in Folge. Er hatte sich fest vorgenommen, erstmals eine Medaille zu gewinnen.

Hinter zwei ‘unschlagbaren’ 50-m-Werfern war Hannes einer von vier Kandidaten für die Bronzemedaille und kam im Vorkampf als erster von ihnen dran. Der logische Plan, die Konkurrenz gleich einmal mit einem starken Wurf zu beeindrucken, gelang hervorragend. Hannes’ 43,21m im ersten Durchgang waren der angestrebte Schocker. Eine Steigerung um fast drei Meter gegenüber der Meldeleistung hatten die Gegner scheinbar nicht auf dem Plan. Zwei der unter Druck geratenen verpassten sogar das Finale, der dritte kam nicht richtig in Fahrt.

Alles lief daher schnell zugunsten von Hannes. Der stand vor seinem letzten Versuch im Finale schon als Bronzemedaillengewinner fest und konnte “voll draufhauen”.

Das gelang perfekt, er setzte sich mit einer Steigerung um weitere zwei Meter sogar noch vor den Zweitplatzierten, der fünf Meter unter seiner Bestleistung hängen geblieben war. Dieser hatte zwar noch einen Wurf, fand aber keine passende Antwort mehr, sodass Hannes als Bayrischer Vizemeister nach Hause fahren durfte. Spontane Glückwünsche von Gegnern, Trainern sowie Landestrainer Joachim Lipske zeigten, dass Hannes sich diese Medaille redlich verdient hatte. Schon in den letzten beiden Jahren hatte man sie ihm zugetraut, da blieb der allerletzte Sprung nach vorne jedoch aus. Manchmal braucht man einfach einen langen Atem!

Für zwei weitere Finalplatzierungen sorgten Hannes selbst mit Platz 8 im Kugelstoßen und Philipp Artinger im Speerwerfen der U20. Philipp hatte bereits zweimal in einem BM-Finale gestanden, mit einem siebten und einem achten Platz als Ergebnis. Dieses Mal ging es noch ein wenig weiter, er belegte Platz 6. Dabei war noch reichlich Luft nach oben, die 52,47m aus dem zweiten Durchgang schienen stark ausbaufähig zu sein, doch das klappte an diesem Tag noch nicht.

Alina Schäffler hatte sich schon im April für die Bayrische qualifiziert, danach aber nur zwei Wettkämpfe bestreiten können, Abschlussprüfungen verhinderten mehr. Sie zeigte mit 27,47m, dass sie zurecht dabei war und überholte zwei Teilnehmerinnen mit stärkeren Vorleistungen, sodass sie mit ihrer ersten Bayrischen Meisterschaft in einer Wurfdisziplin sehr zufrieden sein konnte. Vincent Limpens hatte sich nach einem starken Auftritt in München (11,39sec) viel vorgenommen, das Erreichen des Zwischenlaufs in der Männerklasse war ein hohes aber machbares Ziel. Leider produzierte er den ersten Fehlstart seiner Karriere und schied aus. Über 200m fehlte hinten raus die Kraft, in einem starken Lauf mit zu halten. Knapp über Bestleistung beendete Vincent das Rennen. Er wird noch ein paar weitere bestreiten, um die aufsteigende Form in Zeiten umzusetzen.

Insgesamt kann man mit der Bilanz zufrieden sein, auch wenn das Fehlen einer 4x100m-Staffel schmerzte und die krankheitsbedingte Abwesenheit von Veronika Priller eine weitere Medaille verhindert hat.